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Stiftung für DIVINO Zehnthof: Zwei spätbarocke Gemälde kehren zurück nach Nordheim

Stiftung für DIVINO Zehnthof: Zwei spätbarocke Gemälde kehren zurück nach Nordheim



Nordheim, 11. August 2015 - "Es wächst zusammen, was zusammen gehört", dieses populäre Zitat von Altkanzler Willy Brandt schoss vielleicht dem einen oder anderen Gast heute in Nordheim am Main durch den Kopf: Als offizielle Stiftung kehrten nach 140 Jahren zwei historische Gemälde aus dem Spätbarock zurück an ihren Ursprungsort, die Kapelle des Zehnthofes in Nordheim - seit Anfang des Jahres im Besitz der Winzergenossenschaft DIVINO Nordheim Thüngersheim eG. Die Eigentümerin der Gemälde, Heidi-Barbara Kloos aus Stuttgart folgt mit der Stiftung dem letzten Wunsch ihrer verstorbenen Mutter Friederike Kloos.

 

Maler: Georg Anton Urlaub?
Die beiden Bilder seien von sehr guter Qualität, wie auch ihr Zustand ein erfreulich guter sei. Die spätbarocken Gemälde mit glaubhaft-lebendigen Portraitgesichtern von höfischen Adeligen stammten der Inszenierung, Komposition und Farbigkeit zufolge von einem sehr guten Maler, wahrscheinlich aus dem Kreis um den Würzburger Hof, kommentierte ein Sachverständiger. Es liege die Vermutung nahe, dass die Bilder von Georg Anton Urlaub stammen könnten. Das wird nun weiter geprüft. 

Verantwortungsvolles Erbe
"Wir sind sehr bewegt von dieser Stiftung und dankbar. Der Zehnthof und die Kapelle werden damit um ein großartiges Stück fränkischer Geschichte reicher. Wir werden sehr verantwortungsvoll damit umgehen", sagte Wendelin Grass, Geschäftsführer der Winzergenossenschaft DIVINO Nordheim Thüngersheim eG. Die Bilder gehören aufgrund ihres historischen Zusammenhangs mit dem Baudenkmal nun zur historischen Ausstattung des Zehnthofes im Sinne des Denkmalschutzgesetzes.

Hintergründe der Kunstwerke
Die Gemälde im Format 80 x 100 und 90 x 110 cm sind spätbarocke Privatportraits fränkischer Hofkavaliere und stammen aus dem Zehnthof. Wahrscheinlich handelt es sich um sogenannte Freundschaftsbilder, die sich befreundete Adelige zum Andenken schenkten. Im Zehnthof muss ein Zusammenhang mit der Wohnung des Abtes aus Münsterschwarzach bestanden haben. Hier käme Abt Christoph Balbus, Auftraggeber der Nordheimer Kapelle in Frage. Vielleicht sind es auch Portraits seiner Verwandten.

Die Reise der Bilder
Die Ölbilder sind in weiblicher Folge auf die Stifterin Heidi-Barbara Kloos gekommen. Die Familie hat mit dem Inventar des Zehnthofs jeweils die Aussteuer der Töchter ansehnlich gemacht, so dass diese Gegenstände nicht der eigentlichen Erbfolge unterlagen. Von Lukas Sauer (geb. 21.3.1816) gingen die Portraits bei der Hochzeit seiner Tochter Cäcilie Kaufmann (geb. 13.12.1854) im Jahre 1875 an deren neuen Haushalt über und verließen damit den Zehnthof. Von da gingen sie weiter an deren Tochter Maria Stoeckle (geb. 7.7.1898) und dann an Friederike Kloos (geb. 25.5.1916), die Mutter der Stifterin. Nach ihrer Erzählung habe sie als Schülerin ihre Großmutter Cäcilie Kaufmann nach der Herkunft dieser Bilder befragt und von dieser die Auskunft erhalten, die Gemälde stammten aus dem Zehnthof von Nordheim. Dorthin sind sie nun zurückgekehrt.

Foto: Von links: Wendelin Grass (Geschäftsführender Vorstand DIVINO); Guido Braun (Bürgermeister Nordheim); Pater Franziskus Büll (Kloster Münsterschwarzach), Annette Rehling-Droll (Leitung Marketing), Heidi-Barbara Kloos (Stifterin)

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