DIVINO - Das Magazin | N° 1/2026 Frühjahr/Sommer

GERALD WÜST, Sie gestalten inzwischen seit vier Jahren die Geschicke von DIVINO – wie haben Sie diese Zeit erlebt? Oh mein Gott, sind es wirklich schon vier Jahre, die ich hier bei DIVINO bin? Die Zeit rast, weil die Tätigkeit so vielfältig ist. An allen Ecken und Enden gibt es Dinge, die zu tun sind. Zum Glück habe ich großartige MitarbeiterInnen, die hoch motiviert sind und viele Dinge selbständig angehen. Wir sind in den vier Jahren, die nicht immer einfach waren, wirklich zu einem sehr guten Team zusammengewachsen. Auch die Arbeit mit unseren WinzerInnen ist sehr konstruktiv und macht Spaß. Am wichtigsten ist es jedoch, genügend Aufmerksamkeit für unsere Weinqualität und unsere Kunden zu haben, denn das macht DIVINO meiner Meinung nach aus. Nach Butter oder weißem Zucker ist nun auch der Alkohol ins Visier selbsternannter Gesundheitsapostel geraten. Wie stehen Sie dazu? Natürlich gibt es Lebensumstände, in denen der Konsum von Alkohol eindeutig zu vermeiden ist. Kinder, Schwangere, chronisch Kranke und Autofahrer sollten auf jeglichen Konsum alkoholischer Getränke verzichten. Wer jedoch einen allgemein gesunden Lebensstil pflegt und sich an bestimmte Trinkmuster hält, z.B. Wein zum Essen zu genießen, für den ist nach jetziger wissenschaftlicher Studienlage der moderate Genuss von Wein unproblematisch. Das Thema Alkohol war in letzter Zeit medial sehr präsent, sodass bei vielen der Eindruck entstanden ist, dass es neue wissenschaftliche Erkenntnisse gäbe. Dem ist nicht so. Tatsächlich war einer der Auslöser nur die Verabschiedung eines neuen Positionspapiers der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) in 2024. Dieses Papier spricht sich gegen jegliche Form von Alkoholkonsum aus. Die DGE begründet das unter anderem mit der Global Burden of Disease (GBD)-Studie aus dem Jahr 2018. Allerdings gab es bereits 2022 eine neuere Version ebenjener GBD-Studie, in welcher dieselben Autoren auf Basis derselben Daten zu dem Schluss kommen, dass Menschen über 40 bei moderatem Konsum von Alkohol sogar ein verringertes Sterberisiko aufweisen. Zu diesem Ergebnis kommen auch aktuellere Studien, wie die von NASEM (National Academies of Sciences, Engineering and Medicine) vom Dezember 2024 (Quelle: DWI Faktenflyer). Ganz persönlich bin ich der Meinung, dass man in dieser gesamten Diskussion unbedingt zwischen dem Konsum von – minderwertigem – Alkohol und Wein differenzieren sollte! Wie begegnen Sie als Geschäftsführer von DIVINO den aktuellen Herausforderungen? Mit viel Optimismus (lacht)! In den nun 60 Jahren meines Lebens und 35 Jahren meiner beruflichen Tätigkeit habe ich schon viel erlebt, und man kann es rückblickend in einem Sprichwort zusammenfassen: „Meist wird nicht so heiß gegessen wie gekocht wurde“. Wir dürfen uns in dieser aktuell schwierigen FOTO: CW-FOTOART CHRISTOPH WEISS DIVINO MAGAZIN·Nº 1/2026 13

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