ISSN 2365-8126 DIVINO eG WEIN IST KULTURGUT – WEIN IST VERANTWORTUNG: Die 67. Fränkische Weinkönigin Antonia Kraiß im Gespräch NEU: DIVINO PURO Echt. Ungeschönt. Ungefiltert. WUNDERBAR WANDELBAR Ausflüge ins Fränkische Weinland KLEINE MITBRINGSEL, GROSSE WIRKUNG Feine Köstlichkeiten & DIVINO-Weine Nº 1 ⁄ 2026 · FRÜHJAHR/SOMMER · www.divino-wein.de
Wein in seiner ursprünglichsten Form spontanvergoren im Granitfass · unfiltriert · ungeschönt · ohne Schwefelzusatz
LIEBE LESERINNEN, LIEBE LESER, mit dieser Ausgabe feiern wir gleich zwei besondere Jubiläen: DIVINO wird 75 Jahre alt – und Sie halten bereits das 20. DIVINO Magazin in Ihren Händen. Zwei Zahlen, die für das stehen, was uns seit jeher prägt: Kontinuität, Teamgeist und höchste Qualität. Wir hoffen, Ihnen mit unseren Jubiläumsangeboten, Veranstaltungen und nicht zuletzt mit diesem Magazin unbeschwerte Genussmomente zu bereiten. In unserer Titelgeschichte (Seite 10) widmen wir uns der Bedeutung, die der Frankenwein für uns ganz persönlich hat. Dazu habe ich mich gemeinsam mit Chefredakteurin Kerstin Böhning und der Fränkischen Weinkönigin 2025/2026 Antonia Kraiß aus Nordheim zusammengesetzt, und wir haben in einer angeregten Diskussion das Thema aus verschiedenen Perspektiven beleuchtet. Kurz gesprochen: Wein ist mehr als ein alkoholisches Getränk. Lesen Sie selbst! Wein, Kulturlandschaft, Heimat: In der Frankenreise (Seite 37) nehmen wir Sie mit in drei zauberhafte Ortschaften im Fränkischen Weinland, die man am besten alle besucht, besichtigt und genießt. Überall gibt es lebendige Traditionen zu bestaunen, Bauwerke aus anderen Jahrhunderten – malerische Kulissen für echte Urlaubserlebnisse. Und natürlich gibt es jede Menge gastfreundlicher Menschen, die gerne erzählen von ihrer schönen Region mit ihren Besonderheiten. Genuss spielt auch in unserer Kulinarik-Rubrik (Seite 42) eine zentrale Rolle. Im Mittelpunkt stehen Gerichte, die sich unkompliziert zubereiten und gut transportieren lassen – inspiriert vom Buch „Und was kann ich mitbringen?“ aus dem ars vivendi Verlag. Passend dazu empfehlen wir Ihnen ausgewählte DIVINO Weine, die jedes Mitbringsel zu einem besonderen Moment machen. Um Handwerk mit klarer Haltung geht es in unserem Portrait der Fleisch-Sommelière Manuela Bausewein (Seite 48). Die gelernte Metzgerin und geprüfte Grillmeisterin ist eine echte Genussvermittlerin und begeistert uns mit ihrem Fachwissen, ihrer guten Laune und vor allem mit ihrem Anspruch an Tierwohl, Regionalität und Qualität. Und das ist nur ein Teil dessen, was Sie in diesem Magazin erwartet. Lassen Sie sich inspirieren – von Geschichten, Landschaften und besonderen Genussmomenten. Vielleicht entdecken Sie dabei nicht nur neue Lieblingsweine, sondern auch ein Stück unserer Heimat. Herzlich, Ihr Gerald Wüst, Geschäftsführender Vorstand DIVINO eG PS: Sehr gerne dürfen Sie uns Ihre Meinung sagen. Lob, Anregungen und Tadel bitte an redaktion@divino-wein.de CW-FOTOART CHRISTOPH WEISS DIVINO MAGAZIN·Nº 1/2026 03
INHALT 10 34 28 DIVINO MAGAZIN · Nº 1/2026 FLASCHENFOTOS: ARNOLDI GRAFIK- UND FOTODESIGN Titel 10 I nterview: Antonia Kraiß und Gerald Wüst Die ehemalige Fränkische Wein- königin und der DIVINO Geschäftsführer im Gespräch über Franken, die kulturelle Bedeutung von Wein und warum er mehr als ein alkoholhaltiges Getränk ist. Aktuell 06 DIVINO 75 Kontinuität und Zusammen- halt: Unsere Genossenschaft feiert Jubiläum! 16 DIVINO ausgezeichnet! Sensationelle Erfolge für unsere Weine: Zweimal BEST OF SHOW bei Mundus Vini 18 Neue Produkte I Sommerliche Leichtigkeit in Flaschen – zwei Weine, die auf keiner Party fehlen sollten 24 Die Macher Lars Kunert: Der Mann der Zahlen 26 Persönlich Gerald Wüst über die aktuelle Lage der deutschen Weinbranche 28 Neue Produkte II PURO – ungefilterter Charakter. Die neue Weinpersönlichkeit… 30 Lieblingsorte Insidertipps von interessanten Menschen in Franken Wissen 20 Herkunft und Bezeichnungsrecht Sommelier Peter Angele erklärt die Regeln hinter dem Wein 22 Rebsorten Wir stellen Ihnen einen PiWi vor: Erfahren Sie mehr über den Souvignier Gris 27 T rinkreife und Reifepotenzial Es geht um den richtigen Moment im Glas FOTOS: STUDIOZUDEM.DE; INES STROHHAECKER; LAURA THOMAIER FOTO: CW-FOTOART CHRISTOPH WEISS FOTO: ISTOCKPHOTO/ GILAXIA FOTO: ISTOCKPHOTO/ GILAXIA FOTO: MICHELPORRO 04 Nº 1/2026·DIVINO MAGAZIN
Genuss & Kultur 32 Lokaltermin Landhotel Geiselwind – tagen, golfen und Urlaub machen in Franken! 35 DIVINO Genussfestival Tolle Stimmung, grandiose Weine und köstliches Essen von Bernhard Reiser im Innenhof von DIVINO in Nordheim. 37 Frankenreise Lernen Sie ein zauberhaftes Trio im Fränkischen Weinland kennen: Dettelbach, Prichsenstadt und Wiesentheid 42 DIVINO Kulinarik Geschmackvolle Mitbringsel und die passenden Weine: So machen Sie jedem Gastgeber eine Freude 48 DIVINO Handwerk Manuela Bausewein ist Fleisch-Sommelière und Genussbotschafterin Rubriken 03 Editorial 05 Impressum 06 Kurz gemeldet SPEZIAL: 75 Jahre DIVINO 08 Impressionen Wein bringt Menschen zusammen! 36 Kolumne Der Benediktinerpater Anselm Grün über die Hoffnung 50 Finale Messen, Events & Empfehlungen, Dies und Das 51 Cartoon Pascal Heiler und seine Sicht auf die – fränkische – Weinwelt IMPRESSUM Herausgeber DIVINO eG Geschäftsführender Vorstand: Gerald Wüst Vorsitzender des Vorstands: Günter Höhn Vorsitzender des Aufsichtsrats: Thomas Hemmelmann Redaktion (verantw.) Kerstin Böhning Konzeption & Art Director Marko Röthlingshöfer Freie Autoren & Mitarbeiter Peter Angele, DIVINO eG, Rosa Dietrich; Pater Dr. Anselm Grün, Abtei Münsterschwarzach; Dr. Beate Wende, LWG Layout & Produktion www.direct-agentur.de Lektorat Annely Grass Titelfoto Christoph Weiß Adresse DIVINO eG Langgasse 33 97334 Nordheim/Main Tel. 09381 8099-0 Fax 09381 8099-32 info@divino-wein.de www.divino-wein.de Bestellung & Leserservice Tel. 09381 8099-0 info@divino-wein.de E-Paper www.divino-wein.de/DIVINO-Magazin Druck Schleunungdruck Gender-Hinweis Bei allen Bezeichnungen, die auf Personen bezogen sind, meint die gewählte Formu- lierung sämtliche Geschlechteridentitäten. Copyright Diese Zeitschrift und alle in ihr enthaltenen Beiträge, Abbildungen, Karten und Pläne sowie die Darstellungen sind urheberrechtlich geschützt. Eine Verwertung einschließlich des Nachdrucks – auch auszugsweise – ist nur mit schriftlicher Genehmigung des Herausgebers möglich. Dies gilt auch für die Aufnahme in elektronische Datenbanken, die Veröffentlichung im Internet und die Vervielfältigung auf Datenträgern wie CD-ROM. Für unverlangt eingesandte Manuskripte und Bilder übernimmt der Herausgeber keine Haftung. © 2026 DIVINO eG 48 37 FOTO: MANUELA BAUSEWEIN FOTO: VERLAG ARS VIVENDI 05
75 JAHRE WINZERGENOSSENSCHAFT NORDHEIM: Tradition, Gemeinschaft und Zukunft im Weinbau Wenn eine Winzergenossenschaft ihr 75-jähriges Bestehen feiert, ist das mehr als ein Jubiläum – es ist ein lebendiges Stück regionaler Geschichte. Wir, die Winzergenossenschaft Nordheim, blicken auf ein Dreivierteljahrhundert gemeinschaftlicher Arbeit, Leidenschaft für den Weinbau und stetige Weiterentwicklung zurück. EINE IDEE WIRD WIRKLICHKEIT Die Gründung der Winzergenossenschaft Nordheim erfolgte 1951 in einer Zeit des Aufbruchs. Nach den schwierigen Jahren des Zweiten Weltkriegs standen viele kleine Weinbaubetriebe vor großen Herausforderungen. Die Bündelung von Kräften, Wissen und Ressourcen bot eine Perspektive für nachhaltigen Erfolg. So entschieden sich engagierte Winzerinnen und Winzer auf Betreiben des Ortspfarrers Alfons Schneider, ihre Zukunft fortan gemeinsam zu gestalten. Mit Mut, Weitblick und einem starken Gemeinschaftsgefühl legten sie den Grundstein für eine Genossenschaft, die heute exemplarisch für Qualität und regionale Verbundenheit steht. GEMEINSCHAFT ALS ERFOLGSREZEPT Über die Jahrzehnte hinweg blieb die Idee der Zusammenarbeit das Herzstück der Genossenschaft. Viele Familien sind seit Generationen Mitglieder und geben ihr Wissen, ihre Weinberge und ihre Leidenschaft für den Weinbau weiter. Die Winzergenossenschaft bot den Mitgliedern aber nicht nur wirtschaftliche Sicherheit, sondern auch eine Plattform für Austausch, Innovation und gegenseitige Unterstützung. Gemeinsame Investitionen in Kellertechnik, Vermarktung und Qualitätsmanagement haben dazu geführt, über die Jahre ein solides wirtschaftliches Fundament aufzubauen. 2012 wurde dieses durch die Fusion mit der Winzergenossenschaft von Thüngersheim weiter ausgebaut, und so zählt DIVINO heute zu den führenden Weinproduzenten Frankens. QUALITÄT AUS TRADITION UND INNOVATION Der Weinbau hat sich in den vergangenen 75 Jahren stark verändert. Neue Anbaumethoden, moderne Kellertechnik und ein wachsendes Bewusstsein für Nachhaltigkeit prägen Luftaufnahmen der Genossenschaft aus dem Jahr 1978 Holzfass mit den Namen der Gründungsmitglieder der Genossenschaft FOTOS: DIVINO EG 06 Nº 1/2026·DIVINO MAGAZIN KURZ GEMELDET – SPEZIAL 75 JAHRE
www.divino-wein.de AF BESTER CHARDONNAY UND WEISSER BURGUNDER DEUTSCHLANDS die Arbeit der heutigen Winzergeneration. War es um die Jahrtausendwende noch die für Genossenschaften bahnbrechende Qualitätsstrategie, die damals von Nordheim in die Genossenschaftswelt hinausstrahlte, so waren die großen Meilensteine der letzten Jahre die Errichtung unseres 2022 in Betrieb genommenen Kelterhauses sowie die Zertifizierung für unsere Nachhaltigkeitsstrategie durch Fair Choice. Traditionelles Handwerk und moderne Önologie gehen bei uns Hand in Hand. MIT ZUVERSICHT IN DIE ZUKUNFT Das 75-jährige Jubiläum ist Anlass zum Feiern, aber auch zum Blick nach vorne. Der Weinbau steht heute vor neuen Herausforderungen: Klimawandel, veränderte Konsumgewohnheiten und ein zunehmend internationaler Wettbewerb verlangen Innovationskraft und Anpassungsfähigkeit. Wir sehen uns dafür gut aufgestellt. Mit engagierten Mitgliedern, modernen Strukturen und einer klaren Vision werden wir auch in Zukunft für hochwertigen Wein und die gelebte Genossenschaftsidee stehen. EIN JUBILÄUM DER DANKBARKEIT 75 Jahre Winzergenossenschaft Nordheim sind vor allem ein Jubiläum der Menschen: der Gründerinnen und Gründer, der Generationen von Winzerfamilien, der Mitarbeitenden und der vielen Unterstützerinnen und Unterstützer. Ihr Engagement hat die Genossenschaft zu dem gemacht, was sie heute ist. Das Jubiläum ist daher nicht nur ein Rückblick auf eine erfolgreiche Geschichte, sondern auch ein Dank an alle, die diesen Weg mitgestaltet haben – und eine Einladung, gemeinsam die nächsten Kapitel der Nordheimer und Thüngersheimer Weinbautradition zu schreiben. Bocksbeutelflasche und Etiketten im Wandel der Zeit Typische Arbeitsweise im Weinberg der 1950er Jahre DIVINO MAGAZIN·Nº 1/2026 07
08 Nº 1/2026·DIVINO MAGAZIN IMPRESSIONEN
Ein gutes Glas Wein, viele Stimmen, gemeinsames Lachen – seit Jahrtausenden ist Wein ein lebendiges Kulturgut, das Menschen verbindet und Gespräche inspiriert. Maßvoll genossen, steht Wein für Gemeinschaft und Lebensfreude! FOTO: DEUTSCHES WEININSTITU/ FABRIK 23 DIVINO MAGAZIN·Nº 1/2026 09
FÜR UNSERE AKTUELLE TITELGESCHICHTE HABEN SICH ANTONIA KRAIß, 67. FRÄNKISCHE WEINKÖNIGIN UND GERALD WÜST, SEIT 2022 GESCHÄFTSFÜHRENDER VORSTAND BEI DIVINO, GEMEINSAM MIT KERSTIN BÖHNING, SEIT 2015 VERANTWORTLICHE REDAKTEURIN DIESES MAGAZINS, AN EINEN TISCH GESETZT, UM ÜBER DIE AKTUELLEN THEMEN IM – FRÄNKISCHEN – WEINBAU ZU SPRECHEN. DIESE THEMEN SIND FÜR ALLE DREI MEHR ALS PROFESSIONELLE GEGEBENHEITEN – ES SIND HERZENSANGELEGENHEITEN! FRANKENWEIN HEIMAT. VERANTWORTUNG. ZUKUNFT. Wein ist mehr als ein alkoholisches Getränk: Er ist ein Kulturgut, das die Menschheit seit über 8.000 Jahren begleitet – ein Ausdruck von Geschichte, Handwerk und Lebensfreude, der Verantwortung und Genuss auf einzigartige Weise verbindet. DIVINO wirkt als Weinbaubetrieb auf dieser Zeitleiste zwar erst seit 75 Jahren, das sind allerdings zwei bis drei Generationen, die zum Teil als Familie in der Genossenschaft noch immer Seite an Seite miteinander arbeiten, miteinander die besonderen Weinberge in und um Nordheim und damit die grandiose Weinlandschaft Frankens kultivieren. Weinbau ist Landschaftspflege, Weinbau schafft die Grundlage für viele Existenzen, und nicht zuletzt ist Weinbau ein wichtiger Wirtschaftsfaktor für jedes Anbaugebiet: Tourismus, Gastronomie und Hotellerie sind wesentlich an diesem Prozess beteiligt. Gerade wird – nicht nur – in Deutschland eine Diskussion über Wein geführt, die uns dazu veranlasst hat, das Thema Wein, Weinkonsum, Weinwirtschaft und alles, was damit zu tun hat, zur Titelgeschichte zu machen. Zudem finden Sie auf den Seiten 26 und 27 einen persönlichen Brief von Geschäftsführer Gerald Wüst, der sich ebenfalls diesem Thema widmet. Antonia Kraiß hatte in den Jahren 2025/2026 das Amt der Fränkischen Weinkönigin inne. Sie und ihre Familie stammen aus Nordheim und Antonias Vater ist DIVINO-Winzer. Deshalb gibt es diese besondere Nähe zu der – bei Erscheinen dieses Magazins – ehemaligen Fränkischen Weinkönigin, die in ihrem Amtsjahr viele Menschen aus der deutschen und internationalen Weinszene getroffen hat. Uns hat es interessiert, wie sie diese besondere Zeit erlebt hat und wie ihre Position dazu ist. 10 Nº 1/2026·DIVINO MAGAZIN TITELSTORY
LIEBE ANTONIA, Sie haben das Amt der 67. Fränkischen Weinkönigin für ein Jahr bekleidet und es am 13. März 2026 an ihre Nachfolgerin übergeben. Erzählen Sie von sich! Ich bin in Nordheim am Main aufgewachsen und durch unseren eigenen Weinbau und die Rebschule tief mit der fränkischen Kultur verbunden. Ein Jahr lang durfte ich das Amt der 67. Fränkischen Weinkönigin mit großer Dankbarkeit, Respekt und Leidenschaft ausüben. Mir war es immer wichtig, den Men- schen von unserer einmaligen Kulturlandschaft und unserem Kulturgut, dem Frankenwein, zu erzählen. Wein vermittelt die Handwerkskunst der WinzerInnen und ist vor allem auch ein Teil unserer fränkischen Identität – nahbar, ehrlich und zeitgemäß. Wie haben Sie das Amt der Weinkönigin in Zeiten wie diesen erlebt? Es war ein wunderschönes Jahr voller spannender Begegnungen und Gesprächen. Ich habe Erinnerungen gesammelt, die ich nie vergessen werde. Jedoch war das Jahr für die Weinbranche herausfordernd und gerade deshalb sehr prägend für mich. Die aktuellen gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Entwicklungen haben mir gezeigt, wie wichtig es ist, offen zuzuhören, den Dialog zu suchen und unterschiedliche Branchen zusammenzubringen. Ich habe das Amt als Verantwortung erlebt, aber auch als Chance, Mut zu machen und Zuversicht zu vermitteln. Aktuell steckt der Wein weltweit in einer Krise. Wie nehmen Sie das wahr? Dieser Entwicklung begegnet man auch im direkten Austausch mit den WinzerInnen. Die Gründe dafür sind vielfältig: der Krieg in der Ukraine und im Nahen Osten sowie der gesellschaftliche Wandel sorgen für ein verändertes Konsumverhalten, genauso wie die Empfehlungen der WHO zum Thema Alkoholkonsum, aber auch steigende Kosten spielen eine Rolle. Gleichzeitig erlebe ich jedoch viel Innovationskraft, Zusammenhalt und Leidenschaft von unseren WinzerInnen. Was bedeutet Wein für Sie persönlich? Wein bedeutet für mich Heimat, Familie, Freunde und Begegnung. Er verbindet Menschen, erzählt Geschichten und spiegelt die Landschaft, den Jahrgang und das Handwerk des Winzers wider – Wein ist Genuss und ein Stück gelebte Kultur. Gerald Wüst (mitte), mit Antonia Kraiß (rechts) und Kerstin Böhning FOTO: CW-FOTOART CHRISTOPH WEISS DIVINO MAGAZIN·Nº 1/2026 11
Ihre Familie ist Mitglied bei DIVINO. Hat Sie das geprägt? Mein Papa ist seit 1990 Mitglied bei DIVINO. Es hat mich schon geprägt. Denn die Genossenschaft steht für Gemeinschaft, Qualität und Zusammenhalt. Schon früh habe ich deshalb gelernt, wie wichtig Kooperation, Vertrauen und gegenseitige Unterstützung sind. Auch war ich während der letzten zwei Jahre des Öfteren mit DIVINO auf Weinmessen und durfte so die KundInnen von den Weinen der Winzergenossenschaft begeistern. Was könnte die Weinbranche Ihrer Meinung nach tun, um dem Kulturgut Wein zu helfen? Ich glaube, wir müssen zeigen, dass Wein mehr ist als ein Getränk. Dass er ein Kulturgut mit Geschichte, Handwerk und Emotionen ist. Mehr Transparenz, persönliche Geschichten und der direkte Kontakt zu den Menschen können helfen, Verständnis und Wertschätzung zu fördern – gerade auch bei der jüngeren Generation. Tolle Weinevents und die Glücksmomente müssen in den Vordergrund gestellt werden, wie beispielsweise das DIVINO Genussfestival, das Nordheimer Weinfest oder Gästeführungen. Wie geht Ihre persönliche Reise nun weiter? Wein wird immer ein Teil meines Lebens bleiben. Ich werde auf jeden Fall mein Studium abschließen. Die Erfahrungen aus meiner Amtszeit haben meinen Blick geweitet und mir gezeigt, wie vielfältig die Möglichkeiten sind, sich weiterhin für den fränkischen Wein einzusetzen – sei es beruflich oder persönlich. Was wünschen Sie sich für den Frankenwein und die deutsche Weinwelt? Ich wünsche mir mehr Wertschätzung für die Arbeit der WinzerInnen, faire Rahmenbedingungen und den Mut, neue Wege zu gehen, ohne die eigenen Wurzeln zu vergessen. Denn der regionale Wein, vor allem der Frankenwein, soll weiterhin für hohe Qualität, Charakter und Handwerk sprechen. Was möchten Sie unseren LeserInnen gerne noch erzählen? Wein ist für mich mehr als ein alkoholisches Getränk, er ist ein Genussmittel. Er ist Ausdruck von Kultur, Geschichte und Lebensfreude. Wenn wir ihm mit Offenheit, Respekt und Wertschätzung begegnen, kann er Menschen verbinden – heute genauso wie seit tausenden von Jahren. DANKE liebe Antonia! FOTO: CW-FOTOART CHRISTOPH WEISS 12 Nº 1/2026·DIVINO MAGAZIN TITELSTORY
GERALD WÜST, Sie gestalten inzwischen seit vier Jahren die Geschicke von DIVINO – wie haben Sie diese Zeit erlebt? Oh mein Gott, sind es wirklich schon vier Jahre, die ich hier bei DIVINO bin? Die Zeit rast, weil die Tätigkeit so vielfältig ist. An allen Ecken und Enden gibt es Dinge, die zu tun sind. Zum Glück habe ich großartige MitarbeiterInnen, die hoch motiviert sind und viele Dinge selbständig angehen. Wir sind in den vier Jahren, die nicht immer einfach waren, wirklich zu einem sehr guten Team zusammengewachsen. Auch die Arbeit mit unseren WinzerInnen ist sehr konstruktiv und macht Spaß. Am wichtigsten ist es jedoch, genügend Aufmerksamkeit für unsere Weinqualität und unsere Kunden zu haben, denn das macht DIVINO meiner Meinung nach aus. Nach Butter oder weißem Zucker ist nun auch der Alkohol ins Visier selbsternannter Gesundheitsapostel geraten. Wie stehen Sie dazu? Natürlich gibt es Lebensumstände, in denen der Konsum von Alkohol eindeutig zu vermeiden ist. Kinder, Schwangere, chronisch Kranke und Autofahrer sollten auf jeglichen Konsum alkoholischer Getränke verzichten. Wer jedoch einen allgemein gesunden Lebensstil pflegt und sich an bestimmte Trinkmuster hält, z.B. Wein zum Essen zu genießen, für den ist nach jetziger wissenschaftlicher Studienlage der moderate Genuss von Wein unproblematisch. Das Thema Alkohol war in letzter Zeit medial sehr präsent, sodass bei vielen der Eindruck entstanden ist, dass es neue wissenschaftliche Erkenntnisse gäbe. Dem ist nicht so. Tatsächlich war einer der Auslöser nur die Verabschiedung eines neuen Positionspapiers der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) in 2024. Dieses Papier spricht sich gegen jegliche Form von Alkoholkonsum aus. Die DGE begründet das unter anderem mit der Global Burden of Disease (GBD)-Studie aus dem Jahr 2018. Allerdings gab es bereits 2022 eine neuere Version ebenjener GBD-Studie, in welcher dieselben Autoren auf Basis derselben Daten zu dem Schluss kommen, dass Menschen über 40 bei moderatem Konsum von Alkohol sogar ein verringertes Sterberisiko aufweisen. Zu diesem Ergebnis kommen auch aktuellere Studien, wie die von NASEM (National Academies of Sciences, Engineering and Medicine) vom Dezember 2024 (Quelle: DWI Faktenflyer). Ganz persönlich bin ich der Meinung, dass man in dieser gesamten Diskussion unbedingt zwischen dem Konsum von – minderwertigem – Alkohol und Wein differenzieren sollte! Wie begegnen Sie als Geschäftsführer von DIVINO den aktuellen Herausforderungen? Mit viel Optimismus (lacht)! In den nun 60 Jahren meines Lebens und 35 Jahren meiner beruflichen Tätigkeit habe ich schon viel erlebt, und man kann es rückblickend in einem Sprichwort zusammenfassen: „Meist wird nicht so heiß gegessen wie gekocht wurde“. Wir dürfen uns in dieser aktuell schwierigen FOTO: CW-FOTOART CHRISTOPH WEISS DIVINO MAGAZIN·Nº 1/2026 13
Zeit nicht der Schwermut hingeben. Es gibt Herausforderungen, und wir sollten uns diesen stellen und sie bewältigen. Was ist nötig, um dem Wein aus der Krise zu helfen? Hierfür ist es notwendig, dass wir alle wieder etwas optimistischer in die Zukunft schauen, was zugegebener Weise bei den aktuellen Schlagzeilen nicht so einfach ist. Vieles wird gerade durch die Medien dramatisiert, um unsere Aufmerksamkeit zu erregen. Das drückt auf die Stimmung der Menschen, und die gedrückte Stimmung sowie negative Zukunftsaussichten führen zu weniger Konsum, einer höheren Sparquote und bei vielen Menschen auch zu einer angespannten psycho-sozialen Gesundheit. Sich selbst ein gutes Glas Wein zu gönnen, gemeinsam mit Freunden und Bekannten anzustoßen und zu feiern, auszugehen und den Kontakt zu anderen Menschen zu suchen – dort müssen wir wieder hinkommen. Wie beurteilen Sie das Potential fränkischer Weine? In den deutschen Supermarktregalen spielt Frankenwein eine exotisch geringe Rolle. Das liegt meiner Meinung nach daran, dass ein Großteil der Weine von Kellereien kommt. Diese Kellereien sind selbst keine Weinerzeuger, sondern kaufen Fassweine von vielen Betrieben zu und füllen sie als ihr finales Produkt ab. Da es in Franken kaum einen Fassweinmarkt gibt, können diese Kellereien auch keine günstigen Weine aus Franken kaufen und vermarkten. Es hat also nichts mit der Qualität zu tun, sondern vielmehr mit Angebot, Preis und Vertriebsstrukturen. Qualitativ sind unsere Frankenweine im deutschlandweiten Vergleich spitze. Was ist Ihr Wunsch für DIVINO, für den Frankenwein, die gesamte Branche? Wir erzeugen in Deutschland herausragende Weinqualitäten, die den weltweiten Vergleich nicht scheuen müssen. Wir würden uns deshalb sehr freuen, wenn in Deutschland mit mehr Stolz deutscher Wein getrunken würde. Denn mit jeder Flasche deutschem Wein unterstütze ich als Kunde einen Winzer und seine Weinberge, also die Jahrhunderte alten Kulturlandschaften hier in Franken am Main, an der Mosel oder am Rhein. Die Italiener, Spanier oder Franzosen trinken keinen deutschen Wein und auch keine anderen ausländischen Weine – die wird man dort vergeblich im Regal suchen. Auch in Österreich ist die Quote einheimischer Weine bei 80%. Das wünsche ich mir auch für den deutschen Wein! Der Frankenwein und seine Kulturlandschaft spielen für den Tourismus eine wichtige Rolle. Was sind Ihre Empfehlungen für Gäste, die hierherkommen? In Thüngersheim finde ich eine Wanderung auf die beiden terroir f-Punkte mit dem grandiosen Ausblick über die Weinberge sehr empfehlenswert. In Nordheim würde ich auch den terroir f-Punkt mit dem 360° Aussichtspunkt empfehlen oder eine Wanderung durch die Weinberge von der Vogelsburg nach Neuses am Berg. Hier genieße ich den Ausblick auf die Nordheimer Weinberge mit den Lagen Vögelein und Kreuzberg und auf den schönen Alt-Main. Für Familien würde ich im Sommer eine Fahrt mit dem Kanu oder Stand-Up-Paddle auf dem Alt-Main von Volkach/ Astheim bis zur Mündung des schiffbaren Teils bei Gerlachshausen/Schwarzenau empfehlen. Was möchten Sie gerne noch erzählen? Besonders stolz bin ich auf unsere „Fair Choice“ Zertifizierung, die wir Ende letzten Jahres erhalten haben. Das bedeutet, wir als Betrieb und unsere WinzerInnen sind ein ausgewiesen nachhaltig wirtschaftender Betrieb in den geprüften drei Dimensionen Ökologie, Ökonomie und in sozialen Belangen. Oder anders gesagt: Wir verhalten uns gut und fair zur Natur, den Menschen, die bei uns arbeiten und zahlen unsere Steuern. Ich danke unseren KundInnen für die jahrelange Treue und werde mich mit aller Kraft dafür einsetzen, sie nicht zu enttäuschen. Das ist ein wunderschöner letzter Satz. Herzlichen Dank lieber Herr Wüst! 14 Nº 1/2026·DIVINO MAGAZIN TITELSTORY
ZARTBLAUES MULTITALENT: GESUND VON DER WURZEL BIS ZUR BLÜTE Ganz sicher ist Sie Ihnen schon oft begegnet. Denn wie der Name schon sagt, ziert die Die Gemeine Wegwarte Straßen und Wege. Mit ihrem hellblau bis hellvioletten Farbton ist sie eigentlich nicht zu übersehen. Diese bescheidene Pflanze kann in allen Teilen ver- zehrt werden. Die Blätter sind in etli- chen Ländern geschätzte Bestandteile der regionalen Küche und werden als Spinatersatz oder für Füllungen verwendet. Besonders gut schmecken sie ge- dünstet. Vorteil dieser Art der Zubereitung: die bitteren Geschmacksstoffe werden teilweise abgebaut, sodass die Blätter insgesamt milder schmecken. Bitter- und Gerbstoffe machen Wegwarten-Tee (Wurzel, Blätter, Blüten) zu einem empirisch belegten, wirksamen Mittel gegen Verdauungsbeschwerden. Ob auch die Muckefuck-Trinker der Nachkriegsjahre weniger Probleme in dieser sensiblen Körperregion hatten, ist leider nicht bekannt. Und der verbor- gene Teil der Wegwarte rückte in der letzten Zeit in den Fokus der Lebensmittelindustrie: In der Wurzel ist das Koh- lenhydrat Inulin enthalten. Dieser prä- biotische Ballaststoff wird zunehmend als Fett-Ersatz für Joghurt eingesetzt. Darüber hinaus reguliert Inulin den Insulinspiegel und dient im Darm „guten“ Darmbakterien als Nahrung. Das gesundheitsfördernde Potential der Wegwarte wurde 2020 mit der Wahl zur Heilpflanze des Jahres gewürdigt. DER SONNE ENTGEGEN Die lavendelblauen Blüten der Wegwarte zeigen sich ab Juli bis in den November hinein. Und an diesen Blüten lässt sich ein besonderes Schauspiel beobachten: Am frühen Morgen öffnen sich die Blüten in östlicher Richtung und folgen dem Sonnenstand, bis sie sich am Nachmittag – nun westlich ausgerichtet, wieder schließen. Dies für immer, denn eine Blüte blüht nur einen Tag. Wenig Zeit, um die wertvollen Pollen an die Bestäuber und auf den Weg zur nächsten Wegwarte zu bringen. Daher setzt die Wegwarte auf ein reiches Pollenangebot pro Blüte. Und der XXL-Pollenvorrat zeigt Erfolg. Schwebfliegen, Hummeln und Wildbienen finden sich in großer Zahl auf den Blüten ein. Auch für Vögel ist die Wegwarte ein beliebtes Anflugziel. Zur Samenreife kann man Stieglitze beim Futtern auf den Wegwartestauden beobachten. Wer die Wegwarte im heimischen Garten oder Balkon ansiedeln möchte – etwa um Muckefuck selbst herzustellen, benötigt mageren, basenreichen Boden und einen vollsonnigen Standort. Ist ein Pflanzgefäß vorgesehen, sollte dieses möglichst hoch sein, damit die lange Wurzel ausreichend Platz findet. Im ersten Jahr bildet die zweijährige Staude eine Blattrosette aus – die mög- lichst frisch in der Küche zum Einsatz kommen sollte. Im zweiten Jahr bildet sich der Blütenstand mit den unverwechselbaren blauen Blüten. Dr. Beate Wende · Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG) · An der Steige · 97209 Veitshöchheim Telefon +49 (931) 9801-574 · beate.wende@lwg.bayern.de Der Name „Wegwarte“ leitet sich von einer alten Sage ab. Die Blüten sind die sehnsuchtsvollen blauen Augen eines Burgfräuleins. Sie hält am Wegrand nach ihrem Geliebten Ausschau, der sich auf dem Kreuzzug befindet. Tee oder Kaffee Für einen Wegwarten-Tee werden 1 - 1,5 Teelöffel frische oder getrocknete und zerkleinerte Wurzelstücke mit 200 ml kochendem Wasser überbrüht und nach fünf bis sieben Minuten abgeseiht. Für die Herstellung von Muckefuck werden die Wurzeln der Wegwarte gesäubert, in Scheiben oder Stücke geschnitten und auf einem Backblech im Ofen bei 50 Grad ca. 1 bis 1,5 Stunden getrocknet. Zum Rösten der Wurzelstücke den Backofen auf 225 °C heizen (für ca. 15 Minuten). Anschließend die Stücke zu Pulver mahlen. Die weitere Zubereitung erfolgt wie beim „normalem“ Kaffee. Der Muckefuck am Straßenrand – oder: die Gemeine Wegwarte (Cichorium intybus) An dieser Stelle berichtet Dr. Beate Wende, Biologin an der Landesanstalt für Wein- und Gartenbau in Veitshöchheim, von besonderen Tieren und Pflanzen im Weinberg. In dieser Ausgabe widmet sich die Wissenschaftlerin einem überaus nützlichen Untermieter im Weinberg. FOTO: DR. BEATE WENDE Muckefuck sagt Ihnen nichts? Vielleicht eher „Mocca Faux“ – der wohlklingende französische Begriff für den „falschen Kaffee“? Bei allen Bezeichnungen ahnt man schon, dass es sich hier nicht um das klassische koffeinhaltige Getränk handelt, dass in aller Munde ist. Aber nicht jeder verträgt oder mag die anregende Wirkung von Koffein. Hier kommt der Muckefuck ins Spiel - ein Kaffeeersatz, der aufgrund des Nullgehalts an Koffein auch von Kindern getrunken werden kann. Die Stunde des Muckefuck-Kaffees schlug in den Nachkriegsjahren des Zweiten Weltkriegs, als es keinen „richtigen“ Kaffee zu kaufen gab. Jedoch wollte man auf ein morgendliches, bitter schmeckendes Heißgetränk nicht verzichten. Und so kamen anstelle der Kaffeebohnen die gerösteten Wurzeln der Gemeinen Wegwarte zu ihrem brühwarmen Rettungseinsatz des Morgenrituals. Doch dies ist nicht das einzige kulinarische Talent der Gemeinen Wegwarte, die wir Ihnen hier vorstellen möchten. FOTO: DR. BEATE WENDE DIVINO MAGAZIN·Nº 1/2026 15 LEBENSRAUM WEINBERG
Wir sind unglaublich stolz auf diesen erneuten Erfolg: 2 x 2 = höchster Weingenuss. So bringen wir das auf den Punkt, nachdem wir bereits im vergangenen Jahr mit zwei ‚Best of Show‘-Weinen unsere Spitzenposition unter Deutschlands Winzern unter Beweis gestellt haben. Diese Auszeichnungen stehen für Kontinuität, höchste Qualität und das großartige Engagement unseres Teams im Weinberg und im Keller. Dafür sage ich von Herzen danke an alle Beteiligten“, so Gerald Wüst, Geschäftsführer von DIVINO. 2023 Großes Gewächs Sauvignon Blanc fumé trocken 2022 Großes Gewächs Silvaner trocken 2023 Großes Gewächs Escherndorfer Lump Riesling trocken AUSGEZEICHNET AUF HÖCHSTEM NIVEAU: DIVINO HOLT ERNEUT ZWEI „BEST OF SHOW“ DIVINO setzt seine Erfolgsserie eindrucksvoll fort: Beim renommierten Spring Tasting des MUNDUS VINI Awards in Neustadt an der Weinstraße wurden erneut zwei Weine mit der höchsten Auszeichnung „Best of Show Germany“ geehrt. Sowohl der 2022er Weißer Burgunder Großes Gewächs trocken als auch der 2022er Chardonnay Großes Gewächs trocken überzeugten die Jury auf ganzer Linie und zählen damit zu den besten Weinen Deutschlands in ihren Kategorien. Neben diesen Sonderauszeichnungen erhielten auch drei weitere unserer Großen Gewächse Goldmedaillen und garantieren somit höchsten Weingenuss. 16 Nº 1/2026·DIVINO MAGAZIN DIVINO WEINE
Auch in diesem Jahr überzeugt das Sortiment durch Sorgfalt, Stiltreue und ein bemerkenswert hohes Qualitätsniveau. Allein die Reihe der Weißweine zeugt von viel Individualität und Handwerkskunst, … Eine homogene und gelungene Kollektion! Wir nehmen die Genossenschaft auf unsere Watchlist der Kandidaten für eine Aufwertung im nächsten Jahr. Dass man das Handwerk beherrscht, zeigt uns auch die diesjährige Kollektion einmal wieder.“ FLASCHENFOTOS: ARNOLDI GRAFIK- UND FOTODESIGN DIVINO MAGAZIN·Nº 1/2026 17
NEUE PRODU FREI Cuvée weiss, alkoholfrei Bewusster Genuss mit Charakter: Alkoholfreie Weine sind längst mehr als ein kurzlebiger Trend. Sie stehen für einen bestimmten Lebensstil – und für den Wunsch, auch bei alkoholfreien Getränken auf keinen Fall auf den Genuss verzichten zu müssen. Und so verwundert es nicht, dass immer mehr Weinerzeuger an alkoholfreien Alternativen für ihre Kunden arbeiten. Ganz so einfach ist es aber nicht! Man sollte meinen, gerade Wein sei mit seiner doch so klar herausschmeck- und riechbaren Herkunft das perfekte Ausgangsprodukt für ein ebenso komplexes Genusserlebnis im entalkoholisierten Zustand. Jedoch offenbaren sich durch die Entalkoholisierung mitunter Aromen, die so vorher im Wein gar nicht wahrnehmbar waren – und am Ende womöglich sogar stören. Man sieht also, dass zur Herstellung eines guten alkoholfreien Weins mehr nötig ist, als nur einem Wein den Alkohol zu entziehen. Hierzu bedarf es sorgfältiger Planung sowie einem gezielten An- und Ausbau des Grundweins. Aus diesem Grund haben wir uns vergan- genes Jahr dazu entschlossen, statt einem reinsortigen alkoholfreien Müller-Thurgau, mit dem wir damals die Weinlinie FREI gestartet hatten, eine Cuvée zu ent- alkoholisieren. So konnten wir den Ausgangswein in einer für das spätere Ergebnis bestmöglichen Art zusammenstellen und auch ohne den Zusatz von Aromastoffen ein echtes Genusserlebnis schaffen. Und so schmeckt er: Unkompliziert und erfrischend verführt unsere alkoholfreie Cuvée mit Aromen von knackigem Kernobst, herb-süßen Zitrusfrüchten und Noten von grünem Tee. Am Gaumen zeigt er sich sehr saftig mit belebender Säure, zurückhaltender Süße sowie dem typisch-mineralischen Grip der auf Muschelkalk gewachsenenWeine. Wir finden: ein hinreißender Weißwein-Genuss auf Top-Niveau. Für neue Genussmomente: Unsere DIVINO FREI Cuvée weiss alkoholfrei passt hervorragend zu leichten Speisen, sommerlichen Salaten oder Fischgerichten. Zur Höchstform läuft sie auf als Aperitif oder einfach solo – an einem warmen Sommerabend auf der Terrasse. NEUE PRODU 18 Nº 1/2026·DIVINO MAGAZIN DIVINO AKTUELL
FOTO: ISTOCKPHOTO/MELANIEMAYA UKTE JUVENTA Secco rot, feinherb Eigentlich gibt es unseren roten Secco nun schon fast ein ganzes Jahr. In unser letztes DIVINO Magazin hat er es dennoch nicht mehr ge- schafft, da er erst kurz vor der Veröffentlichung fertig wurde. Höchste Zeit also, dass wir Ihnen das jüngste Mitglied unserer Secco-Familie noch einmal näher vorstellen. Die Entscheidung, wieder einen roten Secco herzustellen, ist ein Resultat Ihrer aller Hartnäckigkeit, liebe DIVINO Weingenießerinnen und Weingenießer! Ihre vielfachen Nachfragen und Anmerkungen, „dass es da doch einmal so einen leckeren roten Secco gegeben hat“, haben uns dazu bewogen, diesem Wein eine Renaissance zu verschaffen. Und da ist er nun also – unsere fränkische Antwort auf den italienischen Lambrusco. Hat Letztgenannter doch ein mitunter (mittlerweile oft auch zu Unrecht) leicht angeschlagenes Image aus früheren Tagen, können wir Ihnen einen Probierschluck unseres neuen Secco-Highlights nur wärmstens ans Herz legen. Wir sind uns sicher, Sie werden sich verlieben! Verführerisch prickelnd und im Duft intensiv fruchtig mit Aro- men von saftigen Brombeeren und herb-süßen Walderd- beeren. Am Gaumen zeigt er sich – wie sollte es für einen Vertreter unserer JUVENTA Weinlinie anders sein – wunderbar unkompliziert mit einem klasse Spiel aus schmeichelnder Süße und feinkörnigem Tannin. Für uns der perfekte Begleiter für einen Grillabend im Sommer oder auch ideal zur Pizza – ein Schelm, wer jetzt wieder an den Italiener denkt… UKTE DIVINO MAGAZIN·Nº 1/2026 19
Im letzten DIVINO-Magazin haben wir Ihnen unsere neuen Ortsweine vorgestellt, und diese erfreuen sich bei Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, großer Beliebtheit. Entsprechend wird es Sie freuen zu lesen, dass die Weine des 2025er Jahrgangs wieder allesamt mit Medaillen prämiert worden sind und damit – ganz unabhängig von unserer eigenen Meinung – wieder erstklassigen Weingenuss versprechen. In dieser Ausgabe wollen wir die Qualitäts- pyramide noch weiter nach oben klettern und Ihnen die nächsthöheren Qualitätsstufen vorstellen. Zur Erinnerung: Die neue Klassifizierung der Weine folgt dabei stets dem Prinzip der Eingrenzung der geografischen Herkunft. Je enger also die Herkunft eingegrenzt werden kann, desto strenger sind die Produktionskriterien und als Konsequenz daraus: desto hochwertiger sind die so erzeugten Weine. Die nächstengere Eingrenzung der Herkunft nach den Ortsweinen sind Weine aus Einzellagen oder noch mehr abgegrenzt, aus Gewannen (kleinere Teilstücke von Einzellagen). Für diese Weine gelten deutlich strengere Vorschriften als für Guts- und Ortsweine. So sind z.B. nur noch bestimmte Rebsorten zugelassen (12 Rebsorten bei Einzellagen und nur 5 Rebsorten bei Gewannen), und auch der zulässige Höchstertrag pro Hektar liegt deutlich niedriger als bei den darunterliegenden Kategorien. Durch die Beschränkung auf sehr hochwertige Rebsorten wie z.B. Silvaner, Riesling oder Weißburgunder, ein vorausgesetztes Mindestmostgewicht sowie die reduzierte Erntemenge wird eine gleichbleibend hohe Weinqualität gewährleistet. Dabei bleiben voraussichtlich zahlreiche Einzellagen, die Sie bereits aus der Vergangenheit kennen – z.B. der Escherndorfer Lump oder das Nordheimer Vögelein – auch in Zukunft erhalten. Bei den Gewannen jedoch – die meist aus historischen Abgrenzungen und Bezeichnungen abgeleitet werden – muss zuerst eine Eintragung in die Weinbergsrolle erfolgen, bevor diese auf einem Weinetikett genannt werden dürfen. Dies ist ein Prozess, der einige Zeit in Anspruch nehmen wird und dessen vorläufiger Abschluss bis 2030 geplant ist. Prädikate sind für trockene Weine ab dem Jahrgang 2026 generell nicht mehr zulässig. Ab dem Jahrgang 2031 schließlich werden dann trockene Weine, sofern sie aus entsprechend abgegrenzten Flächen stammen und auch die sonstigen Kriterien erfüllen, als Erste Gewächse bezeichnet. Restsüße Weine aus Einzellagen werden dann die klassischen Prädikate (Spätlese, Auslese, Beerenauslese, Trockenbeerenauslese und Eiswein) tragen. Bei uns finden Sie diese Weine in unserer TERROIR-Linie. Für die Bezeichnung Großes Gewächs gelten ähnliche, aber nochmals deutlich strengere Vorgaben hinsichtlich Ertragsbegrenzung, Ausbauzeit und der Traubenqualität insgesamt. Die hier zur Abgrenzung der Anbauflächen notwendigen Kriterien werden in den kommenden Jahren in einem dafür mit WinzerInnen und ExpertInnen besetzten Gremium erarbeitet. In unsere Großen Gewächse fließt schon seit jeher unser ganzes Herzblut, sind sie doch stets eine Selektion der besten Trauben eines jeden Jahrgangs: angebaut von unseren zuverlässigsten Winzerfamilien, sorgfältig von unserem Qualitätsmanagement überwacht und zum perfekten Zeitpunkt gelesen. Die nun definierten Erzeugungsvorgaben für Große Gewächse (über)erfüllen wir schon seit jeher und dürfen deshalb auch weiterhin diese Bezeichnung für unsere besten Weine nutzen. Allerdings gibt das Regelwerk auch vor, dass diese Preziosen zukünftig eine Lagenbezeichnung werden tragen müssen. Wir begrüßen diese Änderung, stellt sie für uns doch lediglich eine vergleichsweise kleine Umstellung dar – ermöglicht dafür aber gleichzeitig eine Fokussierung auf das Thema Terroir im Premiumbereich. Jedoch wird die Produktion von Roséweinen sowie von Weinen aus (noch) nicht zugelassenen Rebsorten (z.B. Chardonnay & Sauvignon Blanc) in dieser Kategorie zukünftig leider nicht mehr erlaubt sein. Und daher werden Sie bei uns ab dem Jahrgang 2023 nach und nach Veränderungen im Sortiment unserer Großen Gewächse finden. Einen unserer Neuzugänge möchten wir Ihnen auf der nächsten Seite vorstellen: 2023 Escherndorfer Lump Riesling Großes Gewächs trocken. Weiterführende und detaillierte Informationen finden Sie unter www.franken-silvanerheimat.de/herkunftsmodell-franken/ ZWISCHEN GESETZ UND GENUSS: Die Regeln hinter dem Wein PETER ANGELE, SOMMELIER UND LEITER DIREKTVERTRIEB BEI DIVINO, ÜBER HERKUNFT UND BEZEICHNUNGSRECHT UND WAS WIRD AUS DEM KABINETT? Auch diese Weinstilistik wird zukünftig einen festen Platz im Portfolio der fränkischen Winzer- Innen haben – allerdings anders als Sie das bisher gewohnt waren. Konnten bislang auch trockene Kabinettweine hergestellt werden, werden diese zukünftig immer restsüß sein (Restzucker min. 12g/l) und einen maximalen Alkoholgehalt von 11,5 vol.% haben. Zudem darf fränkischer „Kabi“ nur aus den Rebsorten Riesling, Scheurebe, roter Traminer und Rieslaner hergestellt werden. Die Nennung einer Lage ist möglich, aber nicht vorgeschrieben. 20 Nº 1/2026·DIVINO MAGAZIN WEINWISSEN
15.04. – 25.04.2026 13.05. – 24.05.2026 Wir haben wieder geöffnet vom 17.06. – 28.06.2026* 15.07. – 26.07.2026 - Reservierungen möglich - *18.06. geschlossene Gesellschaft Weinscheune Himmelstadt Hauptstraße 111, 97267 Himmelstadt 09364 - 8 14 99 00 info weinscheune-himmelstadt.de www.weinscheune-himmelstadt.de Wir freuen uns auf Ihr Kommen! Fränkische Weinstube - DIVINO Frankens feine Weine* - Weinproben & Weinbergsführungen - Familienfeiern - Firmenevents & Workshops - Ferienwohnung Sprechen Sie uns an! *Siegrid Hemmelmann ist DIVINO Winzerin 2023 Escherndorfer Lump Riesling Großes Gewächs trocken DIE LAGE: Der Escherndorfer Lump – ein Monument des frän- kischen Weinbaus (Bild) – gilt seit Jahrhunderten als einer der besten Weinberge Frankens überhaupt und liefert jedes Jahr überragende Qualitäten. Wie ein großes Amphitheater beschreibt der Lump einen weiten Bogen, der in seiner Mitte unter der altehrwürdigen Vogelsburg direkt nach Süden ausgerichtet ist. Bei den extremen Hangneigungen von bis zu 60 % wird ein Großteil der Sonnenenergie aufgenommen statt reflektiert. Die Arbeiten müssen hier allesamt von Hand erledigt werden – im Hochsommer bei Temperaturen von bis zu 45 °C direkt über dem Boden eine extrem anstrengende Bewirtschaftung. Der Umstand, dass keine Maschinen eingesetzt werden können, erlaubt allerdings auch eine höhere Stockdichte, welche sich sehr positiv auf die Struktur der Weine auswirkt. Der lehmige, mit Muschelkalk durchsetzte Boden gibt sein Übriges dazu, um verlässlich hochklassige Qualitäten mit einem kräftigen Körper und deutlich mineralischen Anklängen zu ernten. DER WEIN: Typisch Escherndorfer Lump ist schon die Aromatik in der Nase ein echtes Statement: vollreifes Kernobst und Pfirsich, begleitet von rauchig-mineralischen Noten und den unterstützenden Einflüssen des Holzausbaus. Am Gaumen folgt ein nicht minder spektakulärer Auftritt: mundfüllend und stoffig mit für die sehr steile Lage vergleichsweise schlankem Körper, aber den- noch beeindruckender Länge. Die nötige Ernsthaftigkeit erlangt der Wein durch die geringe Restsüße, eine perfekt eingebundene, reife Säure und eine cremig-schmelzige Textur. Der Wein wurde spontan ver- goren und zu 3/4 im Edel- stahltank und zu 1/4 im fran- zösischen Tonneau ausgebaut. DIE GELEGENHEIT: Unser Riesling GG ist ein echtes Wein-Highlight – solo oder in Kombination mit auserlesenen Fischgerichten wie Seeteufelmedaillons im Speckmantel oder gegrilltem Thunfisch! FOTOS: CW-FOTOART CHRISTOPH WEISS FOTO: ARNOLDI GRAFIK- UND FOTODESIGN DIVINO MAGAZIN·Nº 1/2026 21
FOTOS: WIKIPEDIA/THORBJÖRN JÖRGER 22 Nº 1/2026·DIVINO MAGAZIN REBSORTEN
Sie heissen Cabernet Cortis, Pinotin, Satin Noir oder Cabernet Blanc, Mus- caris, Solaris oder Souvignier Gris, und man nennt sie auch die Weine der Zukunft: Pilzwiderstandsfähige Rebsorten, sogenannte PIWIs, gewinnen im Weinbau zunehmend an Bedeutung. Sie werden seit dem späten 19. Jahrhundert gezüchtet, als in Frankreich erste Kreuzungen amerikanischer Wildreben mit europäischen Sorten vorgenommen wurden, um Pilz- und Reblausresistenzen zu kombinieren. In Deutschland wird die „moderne“ Generation der PIWIs etwa seit den 1970er Jahren gezüchtet – mit dem Ziel, durch diese Rebsorten eine hohe natürliche Widerstandsfähigkeit gegen die häufigsten Pilzkrankheiten der Rebe, insbesondere Echten und Falschen Mehltau, zu erreichen. Diese Krankheiten erfordern im klassischen Weinbau je nach Witterungsbedingungen einen intensiven Pflanzenschutz, der sich mit dem Anbau von PIWIs auf ein Minimum reduzieren lässt. Neben diesen Resistenz-Eigenschaften sollen die PIWI-Reben natürlich auch gut im Ertrag stehen, sensorisch überzeugen und inzwischen auch Trockenstress und Hitze gut wegstecken können. Sie werden deshalb oft als zukunftsweisende oder nachhaltige Alternative zu den klassischen Rebsorten gesehen, weil sie dem Klimawandel offenbar besser begegnen können. Sie ermöglichen die Herstellung qualitativ hochwertiger Weine bei gleichzeitig ökologisch verantwortungsvollem Anbau und tragen damit zur Weiterentwicklung des Weinbaus bei. Lange Zeit standen die neugezüchteten PIWIs im Schatten von Riesling, Spätburgunder & Co. Über Geschmack lässt sich ja nicht streiten, aber es darf an dieser Stelle gesagt werden, dass der Umgang mit den PIWIs im Keller auch erst gelernt werden musste. Inzwischen hat sich in der Winzerschaft viel getan, und die Weine überzeugen auch geschmacklich immer mehr. Die höhere Sensibilität für nachhaltig erzeugte Produkte und das Interesse an ressourcenschonenden Weinbaumethoden hat bei den Konsumentinnen und Konsumenten für mehr Interesse und Akzeptanz der PIWIs beigetragen. Inzwischen sind die neuen Rebsorten fester Bestandteil von vielen Weinbaubetrieben und erfreuen sich großer Beliebtheit. Wir stellen Ihnen hier eine beliebte PIWISorte vor, die vor allem den Liebhaberinnen und Liebhabern von Grauburgunder gefallen wird: den Souvignier Gris. Typischerweise erinnert der Souvignier Gris an einen reifen Grauburgunder und begeistert mit einer eleganten Aromenpalette. In der Nase entfalten sich verlockende Noten von reifen gelben Früchten, auch Banane – sowie einem nussigen Aroma. Am Gaumen zeigt er sich vollmundig und fruchtig mit einer angenehmen Frische, die die Aromen perfekt ergänzt. Eine dezente rauchige Würze und ein kräuteriger Unterton verleihen diesen Weinen eine faszinierende Tiefe und Komplexität. Sie „klingen“ wie Burgunder, sind aber keine Burgunder. In ihrer ausgewogenen Cremigkeit eignen sie sich ebenfalls als harmonische Speisenbegleiter. Gezüchtet wurde diese PIWI-Sorte 1983 am Staatlichen Weinbauinstitut in Freiburg von Norbert Becker aus den Sorten Seyval Blanc und Zähringer. Es ist eine weiße Traube mit einer rosig-roten ins violett gehenden Beerenhaut. Bei DIVINO gibt es den Souvignier Gris noch nicht als sortenreinen Wein. Dafür sind die Anlagen unserer Winzerinnen und Winzer noch zu jung. Der Souvignier Gris ist aber die einzige PIWI-Sorte, die von DIVINO Betrieben angebaut wird. Also, Augen auf – und vielleicht werden Sie diesen „Zukunftswein“ in Kürze bei uns in den Regalen finden! Die Neue Generation Rebsorten: PIWIs erobern erobern den Weinberg AKTUELLE ZÜCHTUNGEN ZEIGEN, WIE PILZWIDERSTANDSFÄHIGE SORTEN PFLANZENSCHUTZ REDUZIEREN, ERTRÄGE STABILISIEREN UND NEUE WEINBAULICHE STRATEGIEN ERMÖGLICHEN KÖNNEN. Links: Volle Trauben des Souvignier Gris zu Reifebeginn; darunter: Rebblatt mit sortentypischen Merkmalen DIVINO MAGAZIN·Nº 1/2026 23
FOTO: CW-FOTOART CHRISTOPH WEISS 24 Nº 1/2026·DIVINO MAGAZIN DIE MACHER
MENSCHEN, DIE ETWAS BEWEGEN: Der Mann der Zahlen LARS KUNERT IST DIPLOM KAUFMANN, KAUFMÄNNISCHER LEITER UND IT-VERANTWORTLICHER BEI DIVINO. GENAUGENOMMEN IST ER „DER MANN FÜR ALLE FÄLLE“ UND IMMER DA, WENN EINE KOLLEGIN ODER EIN KOLLEGE EIN (COMPUTER-)PROBLEM HABEN. Lieber Herr Kunert, beschreiben Sie doch bitte Ihre Aufgaben und Tätigkeiten. Meine Aufgaben bei DIVINO umfassen den kompletten Bereich der Debitoren- und Kreditorenbuchhaltung mit dem dazugehörigen Mahnwesen, Anlagenbuchhaltung, Bankenabstimmungen und Vertragswesen, Versicherungen, Traubengeldabrechnungen und Mitgliedersupport in kaufmännischen Fragen, betriebswirtschaftliche Auswertungen, sowie Analysen, Einkauf, Monats- und Jahresabschlüsse und Inventuren durchführen. Ich bin Ansprechpartner für das Finanzamt und die Banken, First-Level IT-Support vor Ort für die Zusammenarbeit mit dem Infrastrukturpartner und Softwareanbieter und auch sonst Zuarbeiter und Kontaktperson in vielen Bereichen, die manchmal nur wenig mit dem kaufmännischen zu tun haben. Wie sieht für Sie ein typischer Arbeitstag aus? Einen wirklich typischen Arbeitstag gibt es meistens für mich nicht, da viele Aufgaben erst durch die Anforderungen über den Tag entstehen. Klar gibt es Dinge, die ich mir für den Tag vornehme und die auch erledigt werden müssen, aber sehr häufig verläuft der Tag anders als geplant. Wichtig ist mir jedoch, dass die betrieblichen Abläufe nicht durch die Buchhaltung behindert werden. Manchmal müssen rechtliche Vorgaben zwingend eingehalten werden, und die kosten natürlich Zeit. Hier kann ich mich sehr gut auf meine beiden Mitarbeiterinnen verlassen, die die wichtigen Zuarbeiten für das Rundlaufen des Verwaltungsmotors leisten. Denn man darf nicht vergessen, dass auch eine Abteilung wie die kaufmännische Leitung mit Buchhaltung und Einkauf auf sehr gute Teamleistungen angewiesen ist, und das kann ich zu 100% von meiner Abteilung sagen. Was sind die großen Herausforderungen? Nichts ist so beständig wie die Veränderung. Aber hierin liegt zumeist auch die größte Herausforderung. Wichtig ist eine gute Kommunikation, an der wir kontinuierlich arbeiten, und die wir auch immer weiter verbessern möchten. Was lieben Sie besonders an Ihrem Beruf? Die Vielfältigkeit der Aufgabe und den direkten Umgang mit Menschen. Welchen Bezug haben Sie persönlich zum Wein? Einen direkten persönlichen Bezug zum Wein – etwa weil in meiner Familie ein Winzer oder eine Winzerin wären – habe ich nicht. Aber als Genussmensch schätze ich durchaus einen (für mich) guten und leckeren Wein als Essensbegleiter oder als Schoppen in einer gemütlichen Runde Haben Sie einen DIVINO-Lieblingswein? Einen spezifischen Lieblingswein habe ich nicht, dafür ist Wein einfach zu vielschichtig und variiert je nach Anlass oder auch Tagesform. Das Gute ist, dass wir ja an der Quelle sitzen und die Möglichkeit haben, neue Weine oder „alte“ Weine aus neuen Jahrgängen direkt zu verkosten. Wein ist nun mal ein landwirtschaftliches Produkt und unterliegt den Launen der Natur. Aber genau das macht es ja so spannend. Ein großer Gewinner in den letzten Jahren ist in meinen Augen der Müller-Thurgau, der mir in unterschiedlichen Ausbauformen immer besser schmeckt. Wein muss mir schmecken. Wenn Sie nicht für DIVINO arbeiten, was tun Sie dann am liebsten? Ich praktiziere zum Ausgleich Taiji Chan/ Chuan und Qigong, habe auch inzwischen den Kursleiter mit einer 420h-Ausbildung abgeschlossen und darf damit Kurse leiten. Die Ausbildung ist im Umfang vergleichbar mit anderen Yogalehrerausbildungen. Zudem habe ich eine abge- schlossene Yoga Nidra-Ausbildung und ein großes Interesse an Astrologie. Wichtig ist mir ein tiefes Verständnis des meditativen Nutzens von chinesischen oder indischen Techniken als Kontrast zu unserer schnelllebigen und lauten Zeit. Wir benötigen einfach Ruhe zum Ausbalancieren von Stress und Hektik – die Balance von Yin und Yang. Daneben singe ich gerne, halte mich gerne in der Natur auf, koche, schwimme und lese gerne. Ich liebe meinen Platz in der Hängematte zwischen zwei wunderschönen Bäumen! Außerdem habe ich eine große Affinität zum Wasser und jedweden Aktivitäten darauf, damit und darin. Sind sie gebürtiger Franke? Nein, ich bin kein Franke, fühle mich aber als „Nei-Gschmeckter“ in Franken sehr wohl. Geboren und aufgewachsen bin ich im Münsterland, insgesamt 10 Jahre meines Lebens habe ich an der Küste gewohnt, fünf Jahre in Bonn im Rheinland, und in Hamburg habe ich studiert. Wenn Sie Besuch haben, wohin führen Sie Ihre Gäste im Fränkischen Weinland? Die Region hat so viele schöne Orte. Angetan haben es mir die terroir f-Punkte, weil sie echt magische Orte sind. Orte, an denen man die Seele baumeln lassen kann, und die einen dazu bringen, etwas Ruhe zu bekommen und aufzutanken. Was sollten Gäste in der Region unbedingt probiert haben? Die fränkische Küche gerne in Verbindung mit einem guten Wein oder einem kühlen Bier. Die Küche ist zwar etwas fleischlastig, aber es gibt inzwischen auch sehr schmack- hafte vegetarische Alternativen. Noch ein paar Worte zum Schluss bitte! Wir sind alle nur Gast auf dieser Erde, und wir haben nur eine. Wir haben keinen „Planet B“. Daher ist mir ein respektvoller Umgang mit unseren Mitmenschen, allen Lebewesen und der Natur sehr wichtig. Vielen Dank Herr Kunert! DIVINO MAGAZIN·Nº 1/2026 25
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